Was der NIRO KI Navigator ist.
Der NIRO KI Navigator ist ein Arbeitsmittel f\u00fcr konkrete KI-Vorhaben in Industrieunternehmen. Er ordnet die Fragen, die vor, w\u00e4hrend und nach einem Pilot beantwortet sein m\u00fcssen, und h\u00e4lt die Antworten je Vorhaben an einer Stelle fest.
Ein Leitfaden mit Arbeitsdokument
Neun Kapitel zur Orientierung und ein Steckbrief, der die Ergebnisse eines Vorhabens aufnimmt. Kein KI-Lehrbuch, kein Reifegradmodell und keine Empfehlung f\u00fcr ein bestimmtes Produkt.
Fachbereich, IT und Leitung gemeinsam
F\u00fcr alle, die ein KI-Vorhaben verantworten, beurteilen oder freigeben m\u00fcssen. Fachbegriffe werden dort erkl\u00e4rt, wo sie gebraucht werden; die wichtigsten stehen zus\u00e4tzlich im Glossar in Kapitel 09.
Ein entscheidungsf\u00e4higes Vorhaben
Ein ausgef\u00fcllter Steckbrief mit Ziel, Kennzahl, Ausgangswert, Datenzugang, Rollen, Kontrollpunkten, Pilotentscheidung und Betriebsverantwortung. Als Handout zum Herunterladen oder Drucken.
Wie ein Vorhaben durch den Navigator l\u00e4uft
Ein anonymisiertes Beispiel aus dem Programm, auf drei Stationen verk\u00fcrzt. Es zeigt, welche Art von Antworten der Navigator verlangt, bevor Technik ausgew\u00e4hlt wird.
Ausgangslage beschreiben
Kundenspezifikationen werden manuell gelesen und in ein internes Lastenheft \u00fcbertragen. Die Bearbeitung ist aufwendig, ausgelassene Anforderungen f\u00fchren zu R\u00fcckfragen.
Wirkung und Machbarkeit pr\u00fcfen
Bearbeitungszeit je Dokument und Korrekturquote werden im heutigen Prozess gemessen. Erst danach wird verglichen, ob ein KI-gest\u00fctzter Workflow gegen\u00fcber einer einfacheren L\u00f6sung im Vorteil ist.
Pilot und Betrieb entscheiden
Der Pilot wird auf eine Dokumentart begrenzt. Erfolgsschwelle, kritische Fehler, Kontrollpunkt, Fallback und Entscheidungstermin stehen vor dem Start fest.
Der NIRO KI Navigator ist aus der gemeinsamen Arbeit mit Unternehmen des NIRO-Netzwerks entstanden. Wie das Programm ablief und was daraus geblieben ist, steht am Ende dieser Seite.
Wo steht Ihr KI-Vorhaben gerade?
Es gibt keinen vorgeschriebenen Startpunkt. W\u00e4hlen Sie den Einstieg, der zu Ihrer aktuellen Situation passt. Der NIRO KI Navigator gibt keine feste Reihenfolge vor. Er f\u00fchrt zu den Fragen, die als N\u00e4chstes gekl\u00e4rt werden sollten.
Der NIRO KI Navigator ersetzt keine technische, rechtliche oder betriebliche Einzelfallpr\u00fcfung. Er ist ein Erfahrungs- und Arbeitsdokument aus realen Vorhaben im NIRO-Netzwerk.
Sie wissen noch nicht, wo Sie anfangen sollen
Typische Schwachstellen im Prozess erkennen, Praxisbeispiele nutzen und einen ersten Kandidaten beschreiben, ohne die L\u00f6sung vorwegzunehmen.
Orientierung finden → Einstieg 02Sie haben bereits eine konkrete Idee
Wirkung, Aufgabe, Datenzugang und einfachste ausreichende L\u00f6sung pr\u00fcfen, bevor Technik ausgew\u00e4hlt wird.
Idee pr\u00fcfen → Einstieg 03Sie arbeiten bereits an einem Vorhaben
Pilot, Rollen, Kontrollpunkte, Freigaben und den sp\u00e4teren Betrieb verbindlich vorbereiten.
Umsetzung absichern →Vier wiederkehrende Aufgaben in KI-Vorhaben
Unabh\u00e4ngig vom Einstieg tauchen in den Vorhaben vier Aufgaben immer wieder auf. Die Kapitelverweise zeigen, wo sie im NIRO KI Navigator bearbeitet werden.
Use Case finden und abgrenzen
- Nach Wartezeiten, Fehlern, Nacharbeit, Suchaufwand oder schwer zug\u00e4nglichem Wissen suchen
- Aufgabe, betroffene Rolle, H\u00e4ufigkeit und heutiges Vorgehen beschreiben
- Gew\u00fcnschte Verbesserung und messbare Ausgangslage benennen
- Erst danach KI und einfachere Alternativen gegeneinander pr\u00fcfen
Ein Vorhaben strukturiert begleiten
- Ein durchgehendes Format pro Use Case verwenden
- Offene Punkte entlang der sechs Dimensionen sichtbar machen
- Ma\u00dfnahmen, Beobachtungen und H\u00fcrden fortlaufend festhalten
- N\u00e4chste Schritte und Verantwortlichkeiten verbindlich machen
Daten und Prozesse systematisch erfassen
- Datenzugang, Qualit\u00e4t und Detailebene use-case-spezifisch pr\u00fcfen
- Relevante Prozessschritte und Informationsfl\u00fcsse aufnehmen
- Datenart und Entscheidungsproblem zusammen betrachten
- Bei Bedarf eine direkte Prozessbeobachtung als Erhebungsmethode nutzen
Rollen, Risiken und Freigaben kl\u00e4ren
- Fachlichen Owner und beteiligte Rollen benennen
- Aufgabenteilung zwischen Mensch und System festlegen
- Datenschutz, Mitbestimmung und interne Freigaben fr\u00fch pr\u00fcfen
- Qualifizierung und sp\u00e4tere Betriebsverantwortung ber\u00fccksichtigen
Alle Kapitel im \u00dcberblick
Die Seite ist in drei Phasen gegliedert. F\u00fcr einen ersten \u00dcberblick gen\u00fcgen die Kapitel 01 bis 03. Ein vollst\u00e4ndiger Durchgang mit einem konkreten Vorhaben dauert etwa 45 Minuten und kann jederzeit unterbrochen werden.
Ein Blatt pro Vorhaben: der Steckbrief.
Im Steckbrief steht alles zu einem KI-Anwendungsfall an einer Stelle: Ziel, Daten, Rollen, Entscheidungen und offene Punkte. Nutzen Sie ihn, um Ihr Vorhaben zu strukturieren und die n\u00e4chsten Schritte im Team zu besprechen.
- Online \u00f6ffnen und parallel bef\u00fcllen. \u00d6ffnen Sie den Steckbrief im Arbeitsbereich und \u00fcbertragen Sie Ergebnisse direkt in die vorgesehenen Felder.
- Nicht alles am ersten Tag beantworten. Beginnen Sie mit Problem, betroffener Rolle, gew\u00fcnschter Wirkung und heutiger Ausgangslage.
- Leere Felder sind eine Information. Sie zeigen offenen Kl\u00e4rungsbedarf und werden im Projektverlauf erg\u00e4nzt.
- Abschnitt I wird laufend weitergeschrieben. Halten Sie dort fest, was gemacht wurde, welches Ziel verfolgt wurde und welche H\u00fcrden aufgetreten sind.
- Ergebnis mitnehmen. Sie k\u00f6nnen das Handout herunterladen oder drucken. Beim Neuladen oder Schlie\u00dfen der Seite gehen die Eingaben verloren.
Ihre Eingaben werden weder gespeichert noch an NIRO oder andere Stellen \u00fcbertragen. Sie gelten nur f\u00fcr die aktuell ge\u00f6ffnete Seite.
- A VorhabensdefinitionUnternehmen, Titel, Art, betroffene Dimensionen
- B Ziel und Wirkungaus Abschnitt 04
- C Eignung und L\u00f6sungswegaus Abschnitt 04
- D Datenaus Abschnitt 05
- E Rollen und Beteiligteaus Abschnitt 06
- F Aufgabenteilung Mensch und Systemaus Abschnitt 07
- G Pilotaus Abschnitt 07
- H Betrieb und Weiterentwicklungaus Abschnitt 08
- I Dokumentation — der laufende Teilfortlaufend, eine Zeile je Ma\u00dfnahme
- J Reflexionwas funktioniert hat, was blockiert, welche Fragen neu sind
- K N\u00e4chste Schrittedrei Schritte und die n\u00e4chste R\u00fccksprache
So sieht ein ausgef\u00fcllter Steckbrief aus
Drei anonymisierte Beispiele aus dem Programm zeigen, wie knapp ein sinnvoller fr\u00fcher Stand sein darf. Ein vollst\u00e4ndig durchgezogenes Beispiel folgt weiter unten.
—
—Drei Arbeitsschritte, sechs Dimensionen.
Die Bearbeitung folgt drei Schritten: den Gegenstand kl\u00e4ren, die Machbarkeit pr\u00fcfen und die Anwendung im Prozess verankern. Dazu kommen sechs Dimensionen, aus denen jedes Vorhaben betrachtet wird. Der dritte Schritt endet nicht mit der Einf\u00fchrung, sondern geht in den laufenden Betrieb \u00fcber.
Die drei Arbeitsschritte
Einen Schritt ausw\u00e4hlen, um zu sehen, welche Fragen dort beantwortet werden.
Die sechs Dimensionen
Die sechs Dimensionen sind kein Reifegradmodell. Jedes Vorhaben wird aus allen sechs Richtungen angeschaut; wie tief eine Dimension bearbeitet werden muss, h\u00e4ngt vom Use Case und seiner aktuellen Phase ab. Ein Feld ausw\u00e4hlen, um die Leitfragen zu sehen.
Fr\u00fchwarnsignale
Diese Aussagen deuten darauf hin, dass ein Vorhaben noch nicht ausreichend gekl\u00e4rt ist. Ein Signal ausw\u00e4hlen, um die passende Reaktion zu sehen.
Praxisbeispiele aus drei Bereichen.
Die Beispiele greifen die im Programm bearbeiteten Vorhaben auf. Sie dienen als Inspiration und zeigen typische Zuschnitte, aber keine Empfehlung f\u00fcr eine bestimmte Technologie. Dieses Kapitel f\u00fcllt keine Steckbrieffelder; die Bearbeitung beginnt mit Kapitel 04.
Erst das Problem einordnen, dann den Ansatz ausw\u00e4hlen.
Nicht jedes Problem ist ein KI-Problem. Der Eignungscheck pr\u00fcft den Zuschnitt der Aufgabe, das Wirkungsraster benennt die Zielgr\u00f6\u00dfe, und die Problemtypisierung f\u00fchrt zur passenden L\u00f6sungsfamilie. Dieser Abschnitt f\u00fcllt die Bl\u00f6cke B und C des Steckbriefs.
Kurzer Eignungscheck
Die ersten beiden Fragen kl\u00e4ren, ob sich eine Verbesserung lohnt. Die beiden folgenden Fragen zeigen, ob ein sinnvoller Test bereits m\u00f6glich ist. Ein attraktives Vorhaben kann trotzdem noch nicht pilotierbar sein.
Welche Wirkung soll erzielt werden?
Ein Vorhaben ist nur dann entscheidungsf\u00e4hig, wenn es auf eine messbare Zielgr\u00f6\u00dfe wirkt. Eine Wirkungsrichtung ausw\u00e4hlen, um die typischen Kennzahlen zu sehen.
Welche Funktion soll die L\u00f6sung erf\u00fcllen?
Zuerst wird die gew\u00fcnschte Aufgabe beschrieben. Danach werden Standardsoftware, Regeln, klassische Verfahren, Machine Learning, Optimierung und generative KI als m\u00f6gliche L\u00f6sungswege verglichen.
Regeln, Automatisierung, KI-Workflow oder Agent?
Die Begriffe werden h\u00e4ufig wie aufeinanderfolgende Reifestufen verwendet. Tats\u00e4chlich geht es um unterschiedliche Steuerungsformen. Entscheidend ist, wer w\u00e4hrend der Ausf\u00fchrung den n\u00e4chsten relevanten Handlungsschritt bestimmt und welche Aktionen das System ausl\u00f6sen darf.
| Kriterium | Regel / Standardfunktion | Automatisierung | KI-gest\u00fctzter Workflow | KI-Agent |
|---|---|---|---|---|
| Wer legt den Ablauf fest? | Funktion oder Regel ist vollst\u00e4ndig vorgegeben | Abfolge der Schritte ist vollst\u00e4ndig vorgegeben | Abfolge ist vorgegeben; einzelne Schritte nutzen KI zur Einsch\u00e4tzung oder Erzeugung | Ziel und Grenzen sind vorgegeben; das System w\u00e4hlt einzelne n\u00e4chste Aktionen zur Laufzeit |
| Handlungsspielraum | Keiner au\u00dferhalb der Regel | Keiner au\u00dferhalb des definierten Prozesses | Inhaltlicher Spielraum im KI-Schritt, aber kein frei gew\u00e4hlter Prozessweg | Begrenzter Spielraum bei Auswahl und Reihenfolge erlaubter Aktionen |
| Systemrechte | Lesen oder eine klar definierte Funktion ausf\u00fchren | Definierte Aktionen in verbundenen Systemen | Definierte Aktionen nach KI-Ergebnis und festem Kontrollpunkt | Mehrere Werkzeuge oder Systeme innerhalb expliziter Berechtigungen nutzen |
| Geeignet, wenn … | die fachliche Logik eindeutig formulierbar ist | ein stabiler, wiederkehrender Ablauf automatisiert werden soll | unstrukturierte Information in einem bekannten Ablauf verarbeitet wird | der Weg zum Ziel situativ variiert und nicht vollst\u00e4ndig vorgegeben werden kann |
| Beispiel | Freigabe ab festgelegter Schwelle | Auftrag nach definierten Regeln anlegen | Kundenmail klassifizieren und einen Antwortentwurf zur Pr\u00fcfung erzeugen | St\u00f6rung untersuchen, Informationen aus mehreren Quellen beschaffen und n\u00e4chste Ma\u00dfnahme vorschlagen |
| Kontrollbedarf | Regel und Ausnahmen pr\u00fcfen | Ablauf, Fehlerf\u00e4lle und Schnittstellen \u00fcberwachen | KI-Ergebnis, Unsicherheit und menschlichen Kontrollpunkt festlegen | Zus\u00e4tzlich Aktionsrechte, Reichweite, Protokollierung, Abbruch und R\u00fcckfalloption absichern |
Je mehr Auswahl- und Aktionsrechte ein System zur Laufzeit erh\u00e4lt, desto wichtiger werden Begrenzung, Protokollierung, Kontrolle und R\u00fcckfalloptionen.
Daten f\u00fcr den konkreten Use Case realistisch einordnen.
Zuerst die Datenart bestimmen, dann die Verwendbarkeit. Beides gilt f\u00fcr den einzelnen Use Case, nicht f\u00fcr das Unternehmen als Ganzes. Dieser Abschnitt f\u00fcllt Block D des Steckbriefs.
Welche Datenarten sind betroffen?
Unterschiedliche Entscheidungsprobleme brauchen unterschiedliche Daten. Alle Arten ausw\u00e4hlen, die f\u00fcr das Vorhaben relevant sind. Mehrfachauswahl ist m\u00f6glich.
Wie verwendbar sind die Daten?
F\u00fcnf Kriterien, je vier Stufen. Je Zeile die Stufe ausw\u00e4hlen, die den heutigen Stand beschreibt. Die Bewertung trennt Zugang, inhaltliche Eignung und Voraussetzungen f\u00fcr einen stabilen Betrieb. Ausschlaggebend ist das schw\u00e4chste Kriterium, nicht der Durchschnitt.
Rollen kl\u00e4ren und Vertrauen aufbauen.
KI-Vorhaben scheitern selten am Modell. Sie scheitern daran, dass niemand zust\u00e4ndig ist oder dass die Ergebnisse im Alltag nicht genutzt werden. Diese Dimension entscheidet dar\u00fcber, ob die Anwendung im Alltag tats\u00e4chlich genutzt wird.
F\u00fcnf Verantwortungen, die gekl\u00e4rt sein m\u00fcssen
Eine Rolle beschreibt Verantwortung, nicht zwingend eine eigene Stelle. Mehrere Rollen k\u00f6nnen bei einer Person liegen oder extern unterst\u00fctzt werden. Vor dem Pilot sollte keine zentrale Verantwortung unklar bleiben.
Management
- Vision
- Ziele
- Budget
- Priorisierung
Fachbereich
- Prozesswissen
- Problemdefinition
- Kennzahlen
- Plausibilisierung
IT
- Datenanbindung
- Infrastruktur
- Integration
- Berechtigungen
Data / Analytics
- Verfahren
- Werkzeuge
- Interpretation
- Modellpflege
Vorhabenskoordination
- Projektsteuerung
- Grundlagen aller Disziplinen
- \u00dcbersetzung zwischen Rollen
Technische Qualit\u00e4t allein schafft noch keine Nutzung
Akzeptanz entsteht durch das Zusammenspiel von erkennbarem Nutzen, Verst\u00e4ndlichkeit, Vertrauen und guter Einbettung in den Arbeitsablauf. Fehlende Nachvollziehbarkeit kann die Nutzung besonders bei folgenreichen Entscheidungen erschweren.
Das Ergebnis wird im realen Arbeitsablauf verwendet und verbessert die gew\u00fcnschte Zielgr\u00f6\u00dfe.
Der Fachbereich kann ein Ergebnis plausibilisieren und Abweichungen erkl\u00e4ren.
Verst\u00e4ndliche Darstellung, sichtbare Unsicherheit, erkl\u00e4rbare Einflussgr\u00f6\u00dfen.
Einf\u00fchrung ist ein Ver\u00e4nderungsprozess
Einf\u00fchrungen verlaufen h\u00e4ufig nicht linear. Unsicherheit, R\u00fcckfragen, Kritik und Nachbesserungen sollten eingeplant werden, ohne berechtigte Einw\u00e4nde als blo\u00dfen Widerstand abzutun.
Fr\u00fch beteiligen
Anwendende und betroffene Rollen einbeziehen, solange Prozess und Kontrollpunkte noch gestaltbar sind.
Nutzen und Grenzen zeigen
Keine abstrakten KI-Versprechen, sondern konkrete Aufgabe, erwartete Verbesserung und bekannte Fehlerf\u00e4lle erkl\u00e4ren.
R\u00fcckmeldungen nutzen
Kritik, Umgehungen und Korrekturen als Hinweise auf Prozess-, Qualit\u00e4ts- oder Vertrauensprobleme auswerten.
Kontinuierlich qualifizieren
Nicht einmalig schulen, sondern Wissen entlang neuer Funktionen, Fehlerbilder und Verantwortlichkeiten aktualisieren.
Von der Datenquelle bis zur betrieblichen Entscheidung.
Ein funktionierender Prototyp ist noch keine Anwendung. Wert entsteht erst, wenn das Ergebnis in Datenfl\u00fcsse, Arbeitsabl\u00e4ufe, Verantwortlichkeiten und Kontrollpunkte eingebunden ist. Dieser Abschnitt f\u00fcllt die Bl\u00f6cke F und G des Steckbriefs.
End-to-End-Prozess
Einen Schritt ausw\u00e4hlen, um die zugeh\u00f6rigen Gestaltungsfragen zu sehen.
Welchen Entscheidungsgrad hat die Anwendung?
Der Entscheidungsgrad bestimmt, wie viel Kontrolle, Dokumentation und Abstimmung n\u00f6tig ist. Er geh\u00f6rt zu den ersten Festlegungen und nicht zu den letzten.
Recht und Governance vorpr\u00fcfen
Die Vorpr\u00fcfung entscheidet nicht, ob ein Vorhaben zul\u00e4ssig ist. Sie zeigt, welche Risiken, Fachstellen und vertieften Pr\u00fcfungen vor Pilot oder produktiver Nutzung relevant sein k\u00f6nnen.
Die Einordnung dient der Strukturierung und ersetzt keine rechtliche, datenschutzrechtliche oder mitbestimmungsbezogene Einzelfallpr\u00fcfung.
Mindestpunkte f\u00fcr einen belastbaren Pilot
Entscheidungspunkt vor dem Pilot
Keine gewichtete Punktzahl, sondern eine nachvollziehbare Entscheidung: Sind Problem und Nutzen relevant, ist der n\u00e4chste Lernschritt vertretbar und sind Risiken beherrschbar?
- Baseline und gew\u00fcnschte Verbesserung sind benannt.
- Aufwand bis zu einem belastbaren Test ist grob eingesch\u00e4tzt.
- Risiken, kritische Fehler und R\u00fcckfalloption sind beschrieben.
- Owner, Pilotumfang und Entscheidungstermin stehen fest.
Nach dem Pilot beginnt die eigentliche Arbeit.
Die meisten Leitf\u00e4den enden mit der Einf\u00fchrung. Im Unternehmen f\u00e4ngt dort der l\u00e4ngste Abschnitt an: Die Anwendung muss laufen, wenn niemand mehr auf sie schaut, wenn sich Quellsysteme \u00e4ndern und wenn die Person, die sie aufgebaut hat, andere Aufgaben hat.
\u00dcbergabe in die Linie
Der Wechsel von Projekt zu Regelbetrieb ist ein eigener Schritt und kein Nebeneffekt der Einf\u00fchrung. Ohne benannte Zust\u00e4ndigkeit f\u00e4llt die Anwendung beim ersten St\u00f6rfall aus.
Wird die Anwendung \u00fcberhaupt genutzt?
Eine h\u00e4ufig \u00fcbersehene Kennzahl. Eine technisch einwandfreie L\u00f6sung kann im Alltag umgangen werden, ohne dass dies in der Modell- oder Systemqualit\u00e4t sofort sichtbar wird.
Ergebnisqualit\u00e4t und Wirkung
Zwei getrennte Fragen: Wird das Ergebnis schlechter? Und ver\u00e4ndert sich die Zielgr\u00f6\u00dfe gegen\u00fcber dem Ausgangswert? Ohne die zweite Messung bleibt der Nutzen eine Behauptung.
Ver\u00e4nderungen an Quellen und Abh\u00e4ngigkeiten
Ein ERP-Update, ein ge\u00e4ndertes Formular, eine neue Stammdatenlogik, ein anderes Modell, ein angepasster Prompt oder eine ver\u00e4nderte Plattform k\u00f6nnen die Anwendung unbemerkt beeinflussen.
Nachvollziehbarkeit und Versionierung
Setzt die Vorpr\u00fcfung aus Abschnitt 07 im Betrieb fort. Ohne Historie l\u00e4sst sich nach einem Fehler nicht rekonstruieren, welcher Stand welche Entscheidung erzeugt hat.
Laufende Kosten
Projektkosten sind einmalig, Betriebskosten dauerhaft: Lizenzen, Nutzungsentgelte, Rechenleistung, Pflege der Datenbasis und die Arbeitszeit f\u00fcr Pr\u00fcfung und Support.
Personen und Wissen
Viele Anwendungen h\u00e4ngen an einer Person. Verl\u00e4sst sie das Unternehmen oder wechselt der Dienstleister, ist die L\u00f6sung nicht mehr wartbar, auch wenn sie weiterl\u00e4uft.
Review: weiterf\u00fchren, anpassen oder abschalten
Ein festes Datum mit vorher vereinbarten Kriterien. Abschalten ist ein legitimes Ergebnis: eine Anwendung ohne Wirkung kostet Aufmerksamkeit und schadet dem Vertrauen in die n\u00e4chsten Vorhaben.
Vom ersten Use Case zum zweiten
Vom ersten Vorhaben bleibt selten die Kennzahl. Was bleibt, ist das Wiederverwendbare: gekl\u00e4rter Datenzugang, benannte Rollen, gepr\u00fcfte Freigabewege und ein Bewertungsma\u00dfstab.
Wiederkehrende Fragen aus der praktischen Umsetzung.
Die Antworten fassen Erkenntnisse aus den Workshops und Vorhaben zusammen und m\u00fcssen auf den jeweiligen Use Case \u00fcbertragen werden.
Begriffe kurz erkl\u00e4rt
Nur die Begriffe, die f\u00fcr die Arbeit mit dem Navigator tats\u00e4chlich ben\u00f6tigt werden.
- Baseline
- Der heutige Prozess oder eine einfache Vergleichsl\u00f6sung, gegen die der Pilot bewertet wird.
- Granularit\u00e4t
- Die Detailebene der Daten, zum Beispiel Auftrag, Position, Maschine, Sekunde oder Monat.
- KI-Workflow
- Ein weitgehend vorgegebener Ablauf, in dem ein oder mehrere Schritte KI zur Einsch\u00e4tzung oder Erzeugung nutzen.
- KI-Agent
- Ein System, das innerhalb festgelegter Ziele, Rechte und Grenzen einzelne n\u00e4chste Aktionen zur Laufzeit ausw\u00e4hlt.
- Fallback
- Der vereinbarte R\u00fcckfall auf einen sicheren oder bisherigen Arbeitsablauf, wenn die Anwendung ausf\u00e4llt oder fehlerhaft arbeitet.
- Owner
- Eine namentlich benannte Person, die fachliche Verantwortung \u00fcbernimmt und Entscheidungen herbeif\u00fchrt.
Von der Idee bis zur Betriebsentscheidung.
Das anonymisierte Beispiel f\u00fchrt den Fall aus dem \u00dcberblick \u00fcber alle sechs Stationen. Es ist bewusst konkret, ohne erfundene Projektergebnisse oder Kennzahlen vorzut\u00e4uschen.
Ausgangslage
Kundenspezifikationen werden manuell gelesen und in ein internes Lastenheft \u00fcbertragen. Die Bearbeitung ist aufwendig; ausgelassene Anforderungen f\u00fchren zu R\u00fcckfragen.
Wirkung und Baseline
Ziel sind weniger Bearbeitungszeit und eine nachvollziehbarere \u00dcbernahme. Vor dem Pilot werden Bearbeitungszeit je Dokument und Korrekturquote im heutigen Prozess erhoben.
L\u00f6sungsweg
Ein KI-gest\u00fctzter Workflow extrahiert Anforderungen in einem festgelegten Ablauf. Die fachliche \u00dcbernahme bleibt beim Menschen; ein autonomer Agent ist nicht erforderlich.
Datenlage
Repr\u00e4sentative Spezifikationen und das interne Zielformat sind vorhanden. Begriffe, Dokumentvarianten, Nutzungsrechte und der Zugriff auf Altunterlagen werden vorab gekl\u00e4rt.
Pilot und Entscheidung
Der Pilot wird auf eine Dokumentart begrenzt. Erfolgsschwellen, kritische Auslassungen, menschlicher Kontrollpunkt, Fallback und Review-Termin werden vor dem Start festgelegt.
Betrieb
F\u00fcr einen Rollout werden Betriebsverantwortung, Versionierung, Nutzungsquote, laufende Kosten und Ausl\u00f6ser f\u00fcr eine Neubewertung dokumentiert.
Der Steckbrief zum Ausf\u00fcllen.
Der Arbeitsbereich ist zun\u00e4chst geschlossen, damit die Navigator-Seite \u00fcbersichtlich bleibt. Die Feldkennungen entsprechen den Hinweisen in den Abschnitten 02 bis 08. Ein Klick auf eine Feldkennung im Flie\u00dftext springt direkt zum passenden Feld. Ihre Angaben gelten nur f\u00fcr die aktuell ge\u00f6ffnete Seite. Beim Neuladen oder Schlie\u00dfen gehen sie verloren.
Bereit zum Arbeiten?
\u00d6ffnen Sie den vollst\u00e4ndigen Online-Steckbrief oder laden Sie zun\u00e4chst das durchg\u00e4ngige Fallbeispiel als Ausgangspunkt.
Steckbrief KI-Vorhaben
Eine Zeile je Ma\u00dfnahme. Entscheidend ist die Spalte „Ziel“: sie beantwortet, warum dieser Schritt als N\u00e4chstes kommt. Beobachtungen und H\u00fcrden geh\u00f6ren ebenfalls hierher. Sie sind das, was sich sp\u00e4ter an die Gruppe zur\u00fcckmelden l\u00e4sst.
| Datum | Kontext / Ma\u00dfnahme | Ziel dieser Ma\u00dfnahme | H\u00fcrde / Beobachtung | Dimension | Status | Zeile |
|---|
Aus dem NIRO-Programm f\u00fcr die Praxis.
Der NIRO KI Navigator b\u00fcndelt die Erfahrungen aus einem gemeinsamen Entwicklungs- und Lernprozess im NIRO-Netzwerk. Er macht die zentralen Fragen aus den bearbeiteten Unternehmensvorhaben f\u00fcr weitere KI-Vorhaben nutzbar.
Orientierung vor Technologie
Ausgangspunkt war die Frage, wie Unternehmen geeignete KI-Vorhaben erkennen, realistisch pr\u00fcfen und von Beginn an mit Nutzen, Daten, Organisation und Betrieb zusammendenken k\u00f6nnen.
Gemeinsam erarbeitet
Gemeinsam mit Unternehmen des NIRO-Netzwerks wurden konkrete Ausgangslagen, Anwendungsideen, H\u00fcrden und L\u00f6sungswege bearbeitet und ausgewertet.
Zwei Arbeitsgrundlagen
Der NIRO KI Navigator dient der Orientierung und Pr\u00fcfung. Der Steckbrief h\u00e4lt die Ergebnisse, Entscheidungen und offenen Punkte eines konkreten Vorhabens als fortlaufende Arbeitsgrundlage fest.
Die Inhalte b\u00fcndeln Praxiserfahrungen aus dem Programm. Sie stellen keine repr\u00e4sentative Wirkungsstudie und keine technische, rechtliche oder betriebliche Einzelfallpr\u00fcfung dar.
Der NIRO KI Navigator wird besser mit Ihrem Feedback.
Die Inhalte stammen aus den Vorhaben der beteiligten Unternehmen. Ihre R\u00fcckmeldungen zu H\u00fcrden, L\u00f6sungen und fehlenden Fragen helfen, den Abschlussstand zu sch\u00e4rfen und die Arbeit mit dem NIRO KI Navigator in den Unternehmen weiterzuf\u00fchren.
H\u00fcrden und Blocker
Wo hat es geklemmt? Datenzugang, Schnittstellen, Freigaben, Akzeptanz, Kosten, eingeordnet in eine der sechs Dimensionen.
L\u00f6sungen, die funktioniert haben
Auch kleine: eine Formulierung, die die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung \u00fcberzeugt hat, ein Weg durch eine Freigabe, ein brauchbarer Datenauszug.
Abstimmungen und Stakeholder
Wer musste einbezogen werden, in welcher Reihenfolge, mit welchem Vorlauf? Diese Erfahrung ist schwer nachzulesen und im Alltag wertvoll.
Was im Leitfaden fehlt
Welche Frage stellt sich in Ihrem Unternehmen, die hier nicht beantwortet wird? So bleibt erkennbar, an welchen Stellen der NIRO KI Navigator Grenzen hat.